Swiss Iron System SIS

Eisenbehandlungen müssen gelernt sein. Der Arzt muss wissen, welche Patienten überhaupt Eisen brauchen. Dann muss die Eisendosis für eine erfolgreiche Therapie berechnet werden, bevor die Infusionstherapie beginnt. Anschliessend braucht es regelmässige Nachkontrollen für eine nachhaltige Eisenbehandlung. (Swiss Iron System, SIS)

Erster Schritt: Dokumentation der Symptome, an denen ein Patient leidet. Typische Eisenmangelsymptome sind Erschöpfungszustände, Konzentrationsstörungen, ADS, Lustlosigkeit bis zu depressiven Verstimmungen, Schlafstörungen, Schwindel, Nackenverspannungen, Kopfschmerzen, Haarausfall oder Blutarmut. Bei solchen Symptomen besteht ein erster Verdacht auf Eisenmangel.

Zweiter Schritt: Ferritinmessung. Liegt der Wert unter 100 ng/ml, wird der Verdacht auf Eisenmangel bestätigt. Je tiefer der Ferritinwert liegt, desto grösser ist der Verdacht.

Dritter Schritt: Indikationsstellung: Liegt der Wert unter 100 ng/ml, sollte in erster Linie Eisen gegeben werden mit dem Zielwert von 200 ng/ml.

Vierter Schritt: Individuelle Berechnung der fehlenden Eisenmenge und Durchführung der Aufsättigungstherapie. Dazu braucht ein Eisenmangelpatient im Durchschnitt fünf Eiseninfusionen mit je 200 mg Eisensaccharose – am besten zwei Infusionen pro Woche.

Fünfter Schritt: Erste Therapiekontrolle für die Diagnosesicherung. Diese findet zwei Wochen nach der letzten Infusion statt. Die Eisentherapie ist mehrheitlich wirksam – die Symptome verschwinden meistens von selbst.

Sechster Schritt: Eine zweite Therapiekontrolle drei Monate später lässt berechnen, wie weit Ferritin wegen der Menstruation wieder gesunken ist und ob die Eisentherapie nachhaltig wirksam war. Im Durchschnitt liegt Ferritin jetzt bei 140 ng/ml – in einem Bereich, bei dem sich die Meisten noch gesund fühlen.

Sieber Schritt: Erst nach weiteren Menstruationen sinkt Ferritin wieder derart tief (unter 100 ng/ml), sodass die ersten Rückfallsymptome auftreten können. Für die nun folgende Erhaltungstherapie braucht eine Frau durchschnittlich ein knappes Gramm Eisen pro Jahr, um gesund zu bleiben. Die einen brauchen zweimal pro Jahr 400 mg Eisen, die andern sind auf drei solche Gaben pro Jahr angewiesen. (Eisenmangel hängt sehr stark von der Dauer und Intensität der Menstruation zusammen).